Gewählte Volksverhetzer

Veröffentlicht in "der Freitag".

Rechtsextremismus. Die Dortmunder Neonazi-Szene tritt wieder radikaler auf, auch wegen ihrer Vertreter in kommunalen Parlamenten.

Auf einmal knallt es mehrere Male vor der Flüchtlingsunterkunft im Dortmunder Stadtteil Eving. Einige Kriegsflüchtlinge denken, so erzählen sie später, es würde geschossen. In Wirklichkeit sind es Böller. Sie fliegen durch die Luft, kommen aus der Mitte einer Gruppe von Neonazis. Mehr als 20 Rechtsextreme sind mit Fackeln vor die Unterkunft gezogen, keine Polizisten in Sicht. Gegen neun Uhr abends verbreitet sich die Meldung im Internet. Etwa zur selben Zeit erfährt auch die Polizei davon. Sie nimmt später 13 Personen fest. Das Bild der fackeltragenden Neonazis verbreitet sich schnell auch im Ausland. Die Rechten marschieren wieder in Dortmund.

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Sichert ein Rundum-Sorglos-Paket aus NRW den Online-Auftritt deutscher Neonazis?

Veröffentlicht in MOTHERBOARD.

Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass ausgerechnet die Propagandaabteilung des „Islamischen Staates" zur Rekrutierung ihrer Kämpfer die E-Mailadresse des deutschen Nazi-Mailproviders „0x300" benutzte. Was wie eine verirrte Randnotiz aus den ideologischen Abgründen des 21. Jahrhunderts klingt, zeigt gleichzeitig, wie gut organisiert die Angebote rechter Netzwerktechniker inzwischen sind. Dabei ist der Mail-Server „0x300" nur ein Teil einer vielseitigen Infrastruktur, die sich im Netz speziell an Nazis richtet-die Dienste reichen von Fotohostern, Cloudspeichern bis zu Krypto-Chatdiensten.

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Böller, Pfefferspray und Judenhass: Pegida vs. Salafisten in Wuppertal

Veröffentlicht in VICE.

In Wuppertal haben am Samstag knapp 100 Salafisten und kaum mehr als 500 Pegida-Anhänger, Hooligans und Neonazis demonstriert. Das sind zwar ziemlich lächerliche Teilnehmerzahlen, spannend war es aber trotzdem. Das lag vor allem daran, dass sich beide Seiten erhebliche Mühe gaben, die schlimmsten Erwartungen an sie noch zu übertreffen.

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"Sie wollte mehr tun"

Veröffentlicht auf jetzt.de

Die junge Duisburgerin Ivana Hoffmann wurde vergangenen Samstag von IS-Terroristen in Syrien getötet. Zuvor hatte sie sich freiwillig dem bewaffneten Kampf der Kurden gegen den IS angeschlossen. Ihr Freund Thomas erzählt uns im Interview, wie es zu dieser dramatischen Entscheidung kam.

Ivana Hoffmann sollte eigentlich ihr Fachabitur in Duisburg machen. Stattdessen schloss sich die 19-Jährige vor einem halben Jahr dem bewaffneten Kampf der Kurden gegen den IS an. Vergangenen Samstag kam dann die Meldung, dass Ivana an der syrischen Grenze in der Nähe von Rojava ums Leben gekommen ist. Gedenken an Ivana Hoffmann in Duisburg Ivana hatte bis dahin überhaupt keinen persönlichen Bezug zum IS-umkämpften Gebiet, ihre Entscheidung war allein politischer Natur: Ivana war Mitglied einer linken Jugendgruppe, die angeblich der türkischen „Marxistisch Leninistischen Kommunistischen Partei" nahesteht. In einem Video, das die linke türkische Nachrichtenagentur Etha aufgenommen hat, sagt sie: „Mein Entschluss, nach Rojava zu kommen, ist, weil man hier für die Menschlichkeit kämpft, für die Rechte, für unseren Internationalismus, den die MLKP vertritt." MLKP-Mitglieder kämpfen im IS-Gebiet zumeist auf Seiten der PKK oder der YPG, die in Europa und der Türkei immer noch als terroristische Vereinigungen gelten.

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Die Kassierer werden 30 und Wolfgang Wendland vielleicht Oberbürgermeister

Veröffentlicht in NOISEY.

Die Wattenscheider Punk-Band „Die Kassierer" wird bald 30. Den meisten ist die Band vermutlich wegen Hits wie „Blumenkohl am Pillemann" oder „Am schlimmsten ist, wenn das Bier alle ist" ein Begriff. Vielleicht auch wegen chronischer Nacktheit auf der Bühne und einem durchaus liberalen Umgang mit Körperflüssigkeiten und -öffnungen. „Kassierer"-Sänger Wolfgang „Wölfi" Wendland kann aber mehr, als nur besoffen auf der Bühne zu stehen und anstößige Texte zu singen. Im Dortmunder Schauspielhaus steht die Band zurzeit für eine Punk-Operette auf der Theaterbühne und Wölfi kandidiert relativ ernsthaft für den Posten als Oberbürgermeister von Bochum. Ich habe mich in seinem Lieblingsrestaurant, der „Frittenschmiede Wattenscheid" mit Wölfi getroffen und mit ihm über 30 Jahre Bandgeschichte, nackten Punkrock und glanzlose Kommunalpolitik gesprochen.

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Islamfeinde in NRW: Dügida gegen Duigida

Veröffentlicht in taz.

Außerhalb von Dresden geben bei Pegida-Demos vielerorts Neonazis den Ton an. Beim lokalen Ableger in NRW hat sich die Bewegung gespalten.

Während die Dresdner „Pegida“-Demonstration wegen Terrordrohungen verboten wurde, versammelten sich am Montag in mehreren anderen Städten lokale „Pegida“-Ableger. In Nordrhein-Westfalen fanden gleich zwei Demonstrationen statt. Die Veranstaltung in Duisburg fiel vor allem durch die Dominanz von Neonazis und Hooligans auf, der Düsseldorfer Ableger durch geringe Teilnehmerzahlen.

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Aus Syrien ins deutsche Hinterland – Eine Flüchtlingsodyssee

Veröffentlicht in bodo und Ruhrbarone.

Es ist ein grauer Novembertag, tief im deutschen Hinterland. Ein paar Kilometer außerhalb des kleinen Örtchens Hemer im Sauerland liegt eine ehemalige Militärkaserne, nur durch eine Straße vom ehemaligen Truppenübungsgelände getrennt. Einige hundert Meter weiter grast eine einsame Kuh. Soldaten schlafen in den Baracken schon länger nicht mehr, 2007 hat die Bundeswehr den Standort Hemer aufgegeben. Während auf anderen Teilen des Kasernengeländes 2010 die Landesgartenschau stattfand, wohnen in den Baracken neben dem ehemaligen „Standortübungsplatz“ nun Flüchtlinge.

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Pegida-Demonstration in Köln blockiert

Veröffentlicht in ZEIT ONLINE.

Nach den Düsseldorfer und Bonner Versuchen, die Dresdner Pegida-Demonstrationen nach Nordrhein-Westfalen zu holen, war am vergangenen Montag Köln an der Reihe. Unter dem Label “Kögida” wollten die 500 Versammlungsteilnehmer vom Deutzer Bahnhof bis in die Nähe des Doms marschieren. Weil die Demonstrantionsroute von Antifaschisten blockiert wurde, fiel der Marsch ins Wasser.

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Die Ultras des Rollstuhlbasketball - Mit der Riot Shocker Crew in der ostfriesischen Provinz

Veröffentlicht in Jungle World.

Ultras sind in den vergangenen Jahren zu einer der wichtigsten und populärsten Jugendkulturen in Deutschland geworden. Und das nicht nur beim Fußball. In Osnabrück supportet die Riot Shocker Crew nun schon seit fast fünf Jahren die Spielerinnen und Spieler des Osnabrücker-Rollstuhl-Sportclubs. Deren erste Mannschaft spielt in der zweiten Rollstuhlbasketball-Bundesliga – das ist den Ultras aber eher egal. Seitdem ihre geliebte dritte aufgelöst wurde, fahren sie zu jedem Oberliga-Spiel der zweiten Mannschaft. Heute geht es nach Ostfriesland.

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Neonazis machen sich unter Polizeischutz über Anne Frank lustig

Veröffentlicht in VICE.

Eigentlich hatte die Partei „Die Rechte" am Sonntag vorgehabt, vor drei Privatadressen in Dortmund „Weihnachtskundgebungen" abzuhalten. Als ihnen das aber verboten worden war und dann auch noch die Ausweichroute von Gegendemonstranten blockiert wurde, ließen sie ihren Ärger an denen ab, die sich nicht mehr wehren können: von NSU-Opfer Mehmet Kubaşik bis zur im Konzentrationslager ermordeten Anne Frank. Konsequenzen hatte das erstmal nicht, da sich die Polizei vor Ort auf Scharmützel mit den linken Gegendemonstranten konzentrierte.

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Dortmunder Neonazis nehmen Journalisten ins Visier

Veröffentlicht in ZEIT ONLINE.

Bereits im vergangenen Jahr hat die Neonazi-Partei „Die Rechte“ kurz vor Weihnachten Kundgebungen vor den Privatwohnungen von politischen Gegnern durchgeführt. In diesem Jahr kündigt die Partei ähnliche Kundgebungen an. Auch ein Journalist soll offenbar durch eine Kundgebung eingeschüchtert werden.

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Der NSU war nur die Spitze des rechten Terror-Netzwerks

Veröffentlicht in VICE.

Der NSU hat jahrelang in Deutschland gemordet, Bombenanschläge verübt und Banken ausgeraubt. Aber obwohl immer wieder Hinweise auftauchen, dass Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe sich dabei auf ein größeres Netzwerk stützten, ziehen die deutschen Behörden es vor, das „Trio" als unabhängig agierende Psychopathen abzutun. Gebetsmühlenartig weisen Geheimdienstler und Innenpolitiker darauf hin, wie hoch die von „radikalisierten Einzeltätern" ausgehende Gefahr sei. Dabei verschweigen sie die zahlreichen Hinweise, dass der NSU sich in ganz Deutschland auf Zellen rechtsextremer Terrornetzwerke stützen konnte, die ihnen Wohnungen anmieteten, Waffen besorgten und sogar Ziele identifizierten. Ein besonders aktives Netzwerk gab es bis 2006 in Dortmund unter dem Namen „Combat 18".

Dortmund kann eine erschreckend lange Liste rechter Gewalttaten und Morde aufweisen: 2000 erschoss der Neonazi Michael Berger erst drei Polizisten und dann sich selbst, 2005 erstach Sven Kahlin, ein Mitglied der berüchtigten Skinheadfront, den Punk Thomas Schulz. Ein Jahr später wurde Mehmet Kubaşık vom NSU ermordet. Trotzdem blieb die nach dem Vorbild der europaweit agierenden Combat 18-Gruppen aufgebaute Terrorzelle, die Dortmunder Nazis zwischen 2003 und 2006 aufbauten, lange unbeachtet.

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Eine Familie aus Deutschland kämpft gegen den IS

Veröffentlicht in VICE.

Während der Widerstand der Kurden in Kobane gegen den Islamischen Staat die Welt in Atem hält, scheint der verzweifelte Überlebenskampf der Jesiden in Sindschar weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein. Als der IS im August das Gebiet um die nordirakische Stadt eroberte, war der drohende Völkermord an fast 20.000 wehrlosen Menschen einer der Haupt-Auslöser der US-amerikanischen Bombenkampagne gewesen. Aber obwohl die Luftunterstützung den irakisch-kurdischen Peschmerga half, den Flüchtlingen einen Korridor nach Syrien freizukämpfen, war die Schlacht um Sindschar noch lange nicht geschlagen.

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